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Ländercheck Informatik

Der Hochschulsektor im föderalen Wettbewerb

Informatik als neue Universalwissenschaft hat eine immer größere Bedeutung für unser Leben. Sie durchdringt mit ihren Systemen und Produkten alle Gesellschaftsbereich, steuert Organisationen und Maschinen und ist in nahezu allen technischen Produkten. Deutschland braucht für die Herausforderungen der Zukunft ein Mehr an gut ausgebildeten Informatikexperten. Hierzu bedarf es Personal. Während in 2016 knapp acht Prozent der Studierenden Informatiker sind, sind es beim wissenschaftlichen Personal lediglich vier Prozent – Tendenz fallend. Die Ausbildung von IT-Experten stellt sich zwischen den Bundesländern ganz unterschiedlich da: So ist beispielsweise in Schleswig-Holstein mehr als jeder zehnte Studienanfänger im Wintersemester 2016/2017 ein Informatiker, währenddessen es in Hamburg nicht einmal jeder fünfundzwanzigste ist. Der im Mai 2018 veröffentlichte Ländercheck Informatik beleuchtet solche Unterschiede in der Informatikerausbildung an Hochschulen zwischen den Ländern.

Der im Mai 2018 veröffentlichte Ländercheck Informatik zeigt, dass zwischen den Bundesländern große Unterschiede bestehen. Sachsen und Saarland haben in den letzten Jahren am meisten dafür getan, um der starken Nachfrage nach Fachkräften nachzukommen und Engpässe auf dem Arbeitsmarkt zu verhindern. Sie sind die Gewinner des Ländervergleichs. Beide Bundesländer haben das Bildungsangebot erheblich ausgebaut und die Zahl der Studierenden und Absolventen erhöht. Saarland hat mit 7,0 Prozent nach Bremen (7,2 Prozent) den höchsten Anteil an Informatikfachleuten unter dem wissenschaftlichen und künstlerischen Personal der Hochschulen. Sachsen hat sein wissenschaftliches Informatik-Personal deutlich verstärkt (+19, 8 Prozent seit 2011).

Auch Schleswig-Holstein, Hessen und Bayern erzielen gute Ergebnisse. In Schleswig-Holstein ist jeder zehnte Studienanfänger ein Informatiker. Zum Vergleich: In Hamburg nur jeder fünfundzwanzigste. Die Entwicklung der Absolventenzahlen ist in Bayern überdurchschnittlich gut. Außerdem gibt es hier einen verhältnismäßig hohen Frauenanteil unter den Studierenden. In Hessen wurde das Personal im Bereich Informatik deutlich erhöht. Im vorderen Mittelfeld bewegt sich auch das strukturstarke Baden-Württemberg. Die IT-Nachwuchsförderung ist seit Jahren hervorragend, der Entwicklungsindikator fällt hier unterdurchschnittlich aus. 

Die Schlussgruppe im aktuellen Ländervergleich bilden Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Thüringen. Hier machen die Studienbeginner und Absolventen in Informatik einen geringen Anteil unter allen Erstimmatrikulierten und Absolventen aus. Außerdem ist die Diversität unter den Studierenden gering.

Gesamtergebnis des Länderchecks Informatik

Bundesweit ist das Informatik-Studium nach wie vor männerdominiert. Hier hat sich das Bild in den letzten Jahren kaum verändert: Zwar ist der Frauenanteil sei 2011 in allen Bundesländern (bis auf Bremen -3 Prozentpunkte) gestiegen. Aber trotz der vielen Initiativen und Programme in Hochschulen sind nur 20 Prozent der Informatik-Studierenden weiblich. Dagegen ist der Anteil international Studierender in den Informatik-Hörsälen überdurchschnittlich hoch.

Der Ländercheck Informatik untersucht, in welchem Umfang Hochschulen in den einzelnen Bundesländern Informatiker ausbilden, welche Bildungsangebote und wie viel Personal sie dafür zur Verfügung stellen. Darüber hinaus zeigt die Studie, wie es um die Diversität der Studierenden (Herkunft, Geschlecht) gestellt ist.

 

Kontakt

Dr. Mathias Winde

leitet den Programmbereich "Hochschulpolitik und 
-organisation".

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F 030 322982-515

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