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Hochschulstrukturen, Autonomie und Governance

Arbeitsgruppe im Wissenschaftsrat

Der Wissenschaftsrat hat eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die Vorschläge erarbeiten soll, welche Prozesse, Entscheidungswege und Strukturen für die hochschulische Organisationsentwicklung und -steuerung angesichts der heterogenen Fächerkulturen sinnvoll sein könnten.

Im Fokus der Empfehlung werden die internen Prozesse der staatlichen Hochschulen und das Verhältnis zu ihren Trägern stehen. Die Arbeitsgruppe hat ihre Arbeit im Herbst 2015 aufgenommen und wird dem Wissenschaftsrat im Laufe des Jahres 2017 die Ergebnisse zur Beratung vorlegen.

 

Hintergrund

Hochschulautonomie umfasste in den letzten zwei bis drei Jahrzehnten nicht mehr nur innerakademische Entscheidungen, sondern zunehmend auch die Verwaltung, Wirtschaftsführung, Personalauswahl und die gesamte operative Steuerung. Die Länder als Träger der Hochschulen haben sich sukzessive aus der Detailsteuerung zurückgezogen, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß und Tempo. Institutioneller Wettbewerb und Zielvereinbarungen, Hochschulverträge und Indikatorensteuerung sind die Stichworte einer entsprechenden Entwicklung.

Zur gleichen Zeit veränderte und vervielfältigte sich auch das Spektrum der Aufgaben und Anforderungen der Gesellschaft an die Hochschulen bzw. ihr Umfeld: Zu bewältigen sind die Expansion der Studierendennachfrage, die Ausdifferenzierung der Fächer, die strategische Entwicklung von Profilen und Schwerpunkten in verschiedenen Leistungsdimensionen, die Studienreform, die Parallelität von dauerhaften und befristeten Strukturen, von fachlichen und interdisziplinären Rahmungen, aber auch Kontraktmanagement, Rechenschaftslegung und Qualitätssicherung, der Umgang mit Finanzströmen aus unterschiedlichen Quellen, mit unterschiedlichen Förderbedingungen und Förderzeiträumen, eine Vielzahl von Kooperationsbeziehungen zu Partnern im In- und Ausland und eine für die Wissenschaft immer wichtiger werdende Globalisierung – um nur einige zu nennen. Die traditionellen internen Strukturen, Entscheidungswege und Gremienzuständigkeiten geraten angesichts der Komplexität, Dynamik und der Spannungen zwischen diesen Anforderungen oftmals an ihre Grenzen.

Die staatliche Deregulierung hat die Handlungs- und Entscheidungskompetenzen der Hochschulen zwar gestärkt, aber damit ist nicht automatisch auch geklärt, von wem diese Autonomie wahrgenommen werden soll und wie sie sich mit der Partizipation ihrer Mitglieder vereinbaren ließe. Organisationsstruktur und Kompetenzverteilung innerhalb der Universitäten und Fachhochschulen sind in Bewegung geraten. Verantwortlichkeiten und Gestaltungsspielräume werden neu geklärt.

 

Kontakt

Dr. Mathias Winde

leitet den Programmbereich "Hochschulpolitik und 
-organisation".

T 030 322982-501
F 030 322982-515

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