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Gründungsradar

Der Gründungsradar des Stifterverbandes und der Heinz Nixdorf Stiftung vergleicht Hochschulprofile in der Gründungsförderung an deutschen Hochschulen.

Microsite zum Gründungsradar

 
Wissens- und Technologietransfer ist neben Forschung und Lehre ein zentrales Handlungsfeld für Hochschulen in Deutschland. In den vergangenen zehn Jahren wurde dieses Handlungsfeld durch zahlreiche Förderinitiativen gestärkt. Gründungen aus Hochschulen durch Studierende und Wissenschaftler stellen einen wichtigen Mechanismus für den Wissens- und Technologietransfer dar.

Ein umfassendes Angebot in der Gründungsförderung kann die Attraktivität der Hochschule bei Studierenden erhöhen, ein attraktives Umfeld für unternehmerische Wissenschaftler und Studierende schaffen und zur Erschließung des ungenutzten Innovationspotenzials am Hochschulstandort beitragen. Zudem stehen erfolgreiche Gründungsaktivitäten in einem engen Zusammenhang mit der Entwicklung und Innovationstätigkeit des (regionalen) Umfelds und schaffen Schnittstellen für eine Kooperation mit Unternehmen oder unternehmensnahen Netzwerken.

Mit dem Gründungsradar 2018 wurde zum vierten Mal die Gründungskultur an Hochschulen in Deutschland in den Blick genommen. Im Fokus stand die Frage, wie Hochschulen die Gründung von Unternehmen fördern – durch Gründungssensibilisierung und -unterstützung sowie durch institutionelle Verankerung einer nachhaltigen Gründungskultur. In die Bewertung floss aber auch ein, welche Gründungsaktivitäten dabei am Ende realisiert werden, also welchen Output die Bemühungen in der Gründungsförderung hervorbringen.

Themenschwerpunkt waen diesmal die Gründungsaktivitäten selbst. Der Stifterverband wollte wissen, aus welchen Bereichen die Gründungen stammen, ob die Hochschulen mit den Gründern noch in Kontakt stehen, wo die neuen Unternehmen sich niedergelassen haben und ob sich die Hochschulen an den Ausgründungen beteiligen. In ausgewählten Regionen untersucht der Gründungsradar außerdem die volkswirtschaftlichen Effekte durch Unternehmensgründungen aus Hochschulen. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden im Dezember 2018 veröffentlicht.

 

Gründungsförderung in Zahlen

Kernergebnisse des Gründungsradars 2018

  • Spitzenreiter des Gründungsradars 2018 sind die Technische Universität München bei den großen Hochschulen, die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg bei den mittelgroßen und die HHL Leipzig Graduate School of Management bei den kleinen. Alle drei Hochschulen sind gemäß den Indikatoren der vorliegenden Studie Leuchttürme in der Gründungsförderung und erzielen schon seit Jahren gute Ergebnisse im Gründungsradar.
     
  • Positive Entwicklung: Der ganz überwiegende Teil der Hochschulen konnte seine Gründungsförderung seit 2012 verbessern, die durchschnittliche Punktzahl im Gründungsradar steigt auch im Vergleich zur Erhebung 2016 nochmals deutlich an. Besonders in der Gründungsverankerung wurden seit 2012 Fortschritte erzielt. Auch im Bereich der gründungsrelevanten Veranstaltungen hat sich viel getan: Die Formate haben deutlich an Vielfältigkeit gewonnen, unterschiedlichste Referenten aus der Praxis werden eingebunden und immer mehr Hochschulen decken in den Veranstaltungen sämtliche Unterthemen zur Gründungsförderung ab.
     
  • Gründungsförderung ist Chefsache: Bei 82 Prozent der Hochschulen – das heißt in 128 von 156 auswertbaren Fällen – ist das Thema Gründungen explizit und sichtbar einem Mitglied der Hochschulleitung zugeordnet. Hochschulen der 2016er Befragung stellten die explizite Zuordnung als einen der vier wichtigsten Erfolgsfaktoren für eine gelungene Gründungsförderung heraus.
     
  • Gründungsförderung braucht Ressourcen: Die Ressourcenfrage wird die Hochschulen in den kommenden Jahren besonders beschäftigen. Nach Auslaufen der Förderlinie EXIST Gründerhochschule und dem Ende der EFRE-Förderperiode (2020) fallen wichtige Finanzierungsquellen auf unterschiedlichen Ebenen weg.
     
  • Gründungsförderung überwiegend drittmittelfinanziert: Drei von vier Euro in der Gründungsförderung kommen aus Drittmitteln. 109 Millionen Euro standen den Hochschulen, die dazu Angaben gemacht haben, insgesamt für die Gründungsförderung zur Verfügung. Davon stammen knapp 82 Millionen Euro aus Drittmitteln, von denen private Drittmittel etwa 31 Millionen Euro ausmachen. Ein Viertel der teilnehmenden Hochschulen haben überhaupt keine Eigenmittel für die Gründungsförderung. Diese Abhängigkeit führt dazu, dass das Ende von Programmen und Förderperioden wie beispielsweise von EFRE im Jahr 2020 von umso größerer Bedeutung sind.
     
  • Wünsche an die Politik: An die Politik richten die Hochschulen den Wunsch nach mehr finanzieller Unterstützung, und hier vor allem in der Frühphase von Gründungen. Auch sollen die finanziellen Mittel verstetigt werden.

 

Der Gründungsradar wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert und vom Stifterverband in Kooperation mit der Heinz Nixdorf Stiftung durchgeführt.

Kontakt

Andrea Frank

leitet im Stifterverband den Programmbereich "Forschung, Transfer und Wissenschaftsdialog".

T 030 322982-502
F 030 322982-515

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Eike Schröder

ist wissenschaftlicher Referent im Hauptstadtbüro des Stifterverbandes.

T 030 322982-315
F 030 322982-515

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